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Der Wind

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Ob Orkan, Tornado, Hurrikan, Windhose, frische Brise oder laues Lüftchen. Wind ist fast immer und überall - wenn nicht gerade absolute Windstille herrscht. An einem heißen Sommertag sind wir froh um jeden Windhauch, der uns ein wenig kühlt. Aber im Winter verkriechen wir uns in unseren Häusern, wenn ein kräftiger Orkan die Wolken und den Regen über das Land peitscht. Und obwohl der Wind so unterschiedliche Erscheinungsformen und Namen hat, entsteht er doch immer auf die gleiche Weise.

Wie entsteht der Wind?

Die Natur liebt das Gleichgewicht und gleicht Gegensätze daher immer schnell aus. Stellen wir uns zwei Gebiete vor: eins mit niedrigem Luftdruck und eins mit hohem Luftdruck. In dem Gebiet mit dem hohen Luftdruck sind mehr Luftteilchen vorhanden als dort wo der Luftdruck niedriger ist. Denn die Luftteilchen erzeugen durch ihre Anwesenheit den Luftdruck.

Der Wind entsteht nun, weil sich die Luftteilchen aus dem Gebiet des hohen Drucks in das Gebiet mit dem niedrigen Druck bewegen. Je stärker die Luftdruckgegensätze sind, desto heftiger weht der Wind. Hat die Luftströmung die Gegensätze schließlich ausgeglichen, gibt es auch keinen Wind mehr.

Wie misst man den Wind?

Um den Wind zu messen, benötigt man 2 Instrumente, denn man muß nicht nur die Windgeschwindigkeit sondern auch die Windrichtung bestimmen. Man sagt, der Wind ist eine vektorielle Größe. Auf einer Wetterkarte zeichnet man den Wind daher als Pfeil, dessen Richtung der Windrichtung entspricht. Die Länge des Pfeils gibt an, wie stark der Wind an dieser Stelle ist.

Die Windrichtung entspricht übrigens der Himmelsrichtung, aus der der Wind kommt, und nicht die, in die der Wind bläst. Denn der Meteorologe ist für seine Wettervorhersagen daran interessiert, aus welcher Region der Wind kommt und was er dabei für Luftmassen mitbringt.

Heutzutage misst man die Windstärke mit einem sogenannten Anemometer und die Richtung mit einer Windfahne. Die Windfahne dreht sich so in den Wind, daß das kürzere Ende in die Richtung zeigt, aus der der Wind kommt. Du hast so etwas bestimmt schon auf Kirchen oder auch auf Privathäusern gesehen.

Young Anemometer in Einsatz auf der Zugspitze
Foto: Modernes Windmessgerät in Einsatz auf der Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg. Das gerät misst sowohl Windrichtung als auch Windgeschwindigkeit, letztere durch den kleinen Propeller vorne dran.

Das Anemometer ist ein drehbares Kreuz, an dessen Enden kleine Halbkugeln - so ähnlich wie halbe Tischtennisbälle - befestigt sind. Diese werden vom Wind in Bewegung gesetzt. Über eine Elektronik kann man dann die Windgeschwindigkeit ablesen.

Die Windstärke

Die Stärke des Windes kann man nun unterschiedlich ausdrücken. Zum einen kann man die normalen Geschwindigkeiten benutzen, die man auch vom Auto- oder Fahrradfahren kennt. Zum Beispiel: Die Windgeschwindigkeit beträgt 10 Meter pro Sekunde. Das entspricht 36 Kilometern pro Stunde. Aus der Seefahrt kommt die Einheit Knoten. Ein Seemann würde eine solche Windstärke demzufolge mit 20 Knoten bezeichnen.

Und zu guter Letzt gibt es noch eine berühmte Skala, nach der man den Wind bestimmen kann. Dazu braucht man nicht einmal ein Messgerät. Der britische Admiral Sir Francis Beaufort entwickelte 1806 die später nach ihm benannte Beaufort-Skala, die den Wind in 13 Stärken von 0 bis 12 unterteilt. In dieser Skala sind zur Bestimmung der Windgeschwindigkeit Merkmale angegeben, die jeder selbst beobachten kann.

Die Beaufortskala für das Binnenland
Beaufort km/h Bezeichnung Auswirkungen
0 unter 1 Windstille Rauch steigt senkrecht empor
1 1 - 5 Leiser Zug Rauch zeigt Windrichtung an
2 6 - 11 Leichte Brise Blätter säuseln, Windfahnen bewegen sich
3 12 - 19 Schwache Brise Blätter und Zweige bewegen sich
4 20 - 29 Mäßige Brise Blätter und Zweige dauernd bewegt
5 30 - 38 Frische Brise Kleine Bäume schwanken
6 39 - 51 Starker Wind Starke Äste bewegen sich
7 51 - 61 Steifer Wind Ganze Bäume schwanken
8 62 - 74 Stürmischer Wind Zweige brechen von Bäumen ab
9 75 - 86 Sturm Erste Schäden an Gebäuden
10 87 - 101 Schwerer Sturm Bäume werden entwurzelt
11 102 - 120 Orkanartiger Sturm Verbreitete Sturmschäden
12 über 120 Orkan Schwerste Verwüstungen

Für Seefahrer und für Küstenbewohner wird dort aufgelistet, wie stark die Meeresoberfläche bei bestimmten Windstärken aufgewühlt ist. Damit kann man anhand des Aussehens des Meeres die Windgeschwindigkeit abschätzen.

Für Leute, die gerade kein Meer in der Nähe haben, gibt es in der Beaufort-Skala eine Liste von Auswirkungen des Windes im Binnenland. Anhand des Aussehens von Rauchfahnen und der Bewegung der Bäume durch den Wind, kann man auch hier ungefähr bestimmen, wie stark der Wind ist.

Windstärke 7 am Meer
Foto: Windstärke 7 am Meer

Unserer Windgeschwindigkeit von 10 Metern pro Sekunde entspricht in der Beaufort-Skala die Stärke 5 Bf. Das Bf ist die Abkürzung für Beaufort, der Einheit des Windes nach der Beaufortskala. 5 Bf werden auch als "Frische Brise" bezeichnet. So richtig ungemütlich wird es erst ab 8 Beaufort. Dort beginnt der Sturm, der sich bei Stärke 12 zu einem lebensgefährlichen Orkan auswächst.

Windrechner

Mit folgendem kleinen Rechner könnt ihr mal ein wenig die Beaufortskala einüben und sehen, wie sich verschiedene Windgeschwindigkeiten auswirken:

Eingabegrößen

  • Windstärke (in km/h oder m/s oder mph oder Bft)

Ausgabegrößen

  • Windstärke (in den Einheiten der drei nicht gewählten Optionen)
  • Bezeichnung der Windstärke entsprechend der Beaufort-Skala (Text)
  • Auswirkung des Windes auf die See nach Petersen (Text)
  • Auswirkung des Windes auf die See nach Petersen (Text)
  • Auswirkung des Windes an Land (Text)
  • Seegang (Windsee) nach Petersen (Masszahl)
  • Bezeichnung des Seegangs (Windsee)
  • Wellenhöhe, Tiefsee, zB offener Atlantik (in m)
  • Wellenhöhe, Flachsee, zB Nord-/Ostsee (in m)
  • Wellenlänge, Tiefsee (in m)
  • Winddruck auf eine Fläche senkrecht zum Wind bei 1000 hPa und 15°C


Windstärke in km/h m/s mph kn Bft:
Hinweis: Bei Auswahl Windstärke in Bft nur Ganzzahlen zwischen 0 und 17.


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